Unvegane “Biokraftstoffe”

Wir hatten ja bereits hier darauf hingewiesen, warum Bio-Kraftstoffe keine alternative in der Energiepolitik sein können. Jetzt stellt sich heraus, dass seitens allermöglicher Verbände die Verwendung von sog. “tierischen Abfallprodukten” forciert wird. Streng genommen sollen und werden bereits aus Tieren Biokraftstoffe hergestellt!!!!! Auch das noch….

Folgende Argumentation findet sich dazu:

In der Bewertung im Rahmen der Ökobilanz erweist sich die Produktion und Nutzung von FME gegenüber den Referenzprodukten Mineralöldiesel und Rapsbiodiesel als deutlich überlegen. Diese Wertung basiert im Wesentlichen auf der Tatsache, dass tierische Fette als Sekundärrohstoffe anfallen und nicht originär als Rohstoff für die Biodieselerzeugung produziert werden. (Quelle: Heinrich Lindner)

Um uns die Angst zu nehmen, dass Tiere zukünftig für die Kraftstoffproduktion gezüchtet werden argumentiert die Servicegesellschaft tierischer Nebenprodukte mbH in ihrer BiomasseV-Initiative wie folgt:

Wollte man Schlachtschweine vollständig als Biomasse nutzen, so würde die daraus zu gewinnende Biomasse 3.750,-€ / t kosten. Ohne ethische Maßstäbe überhaupt bemühen zu müssen, besteht schon aus wirtschaftlichen Überlegungen keinerlei Interesse, das Lebensmittel Tier als Biomasse zu verschwenden.

Was für ein Glück für die Tiere, dass wirtschaftliche Gründe eine ethische Diskussion erst gar nicht aufkommen lassen…. Im Rahmen dieser Ökobilanzen schadet der Veganer also dem Klima, da durch ihn diese wertvollen und klimafeundlichen Rohstoffe gar nicht erst entstehen würden! Aber hier soll es nicht um die Klimabelastung durch Tierausbeutung gehen.

Jedoch gibt es (noch) seitens des Gesetzgebers Einschränkungen in der Nutzung dieser tierischen Abfallprodukte, die in verschieden Kategorien unterteilt sind. Dagegen gehen nun die Verbände vor, denn sie wollen anscheinend alle drei Kategorien verwenden. Es handelt sich dabei um folgende Mengen an “Rohmaterial”:

Kategorie 1: 1.084.061 TONNEN (lt. §3 Nr.9 BiomasseV keine Freigabe)

Kategorie2: 276.154 TONNEN (lt. §3 Nr.9 BiomasseV keine Freigabe)

Kategorie3: 1.178.728 TONNEN (<- das sind die Schlachtabfälle)

Wenn also die Kategorie 1 (Tiere, die von Tierseuchen betroffen waren) die Zulassung erhalten würde, würden dann die Spritpreise sinken wenn BSE, Schweinepest und Vogelgrippe wieder zugeschlagen haben???

Außerdem fühlen sie sich durch die Besteuerung anderen Branchen gegenüber benachteiligt. Dies zeigt mal wieder, dass es ausschließlich um wirtschaftliche Vorteile geht (ethische Bedenken mal außer acht gelassen) und ganz sicher nicht um den Umweltschutz. Der Biokraftstoffverband (BDV) hat schon die Gesetzesentwürfe vorbereitet.

Weiterhin beschwert sich auch Saria Bio Industries in ihrer Stellungnahme:

Ausschluss tierischer Fette durch das Biokraftstoffquatengesetz – Warum wird der politische Kompromiss aus der Diskussion zum Energiesteuergesetz im Biokraftstoffquotengesetz vollständig ignoriert?

Es scheint tatsächlich so zu sein, dass die arme Industrie in Deutschland gegenüber anderen EU-Staaten extrem benachteiligt ist, was die Verwendung der Tiere betrifft. Großbritannien, Dänemark und Frankreich sind da schon wesentlich weiter (siehe BiomasseV-Initiative Seite 7). Daher lesen wir dort als Schlußaufruf:

“Tierische Nebenprodukte müssen einen positiven Beitrag zu den erneuerbaren Energien leisten dürfen!”

GenerationV meint dagegen:

Lasst endlich die Tiere in Ruhe!

Energie sparen statt die Verschwendung mit sog. Bioenergie schön zu reden!

Umweltinteressen stehen vor wirtschaftlichen Interessen!

darum: GO (BIO) VEGAN! NOW!

`Erik´

Sags in Deinen Worten.