Wie auf der Presseseite von PETA Deutschland zu lesen ist, ist es der Tierrechtsorganisation gelungen aus menschlichen Stammzellen künstliches Fleisch zu erzeugen. Wissenschaftlich wird dieses als “In Vitro”-Fleisch bezeichnet.
Ziel der von PETA beauftragen Wissenschaftler war es, tier-artiges Gewebe mit dem Geschmack, der Textur und – am schwersten von allen – der „Eindringtiefe“ oder Muskelmasse von Fisch- oder Hühnerfleisch zu züchten. Der Erfolg des Projektes, an dem Labors in 3 Ländern über 11 Jahre hinweg beteiligt waren, wird diese Woche bei der Vorstellung der „Newkirk Nuggets“ – dem ersten im Labor entstandenen essbarem Fleisch – sichtbar werden. Das Basis-Gewebe wurde der 1. Vorsitzenden von PETA Deutschand, Ingrid E. Newkirk, vom Oberarm entnommen und in einer nahrhaften Flüssigkeit aus Pilzen, menschlichem Kollagen und Sojabrühe kultiviert, um Myoblast zu entwickeln. Das Myoblast reproduziert sich enorm schnell und bildet fast 2cm dicke Scheiben des künstlichen Fleische.
(Bild: peta) -> Stand: 01.04.08
Alles nur ein Aprilscherz?
Nicht ganz, denn PETA hat ein Kopfgeld in Höhe von 1.000.000 US-Dollar ausgelobt, und zwar für das Unternehmen, das bis 2012 ein “In-Vitro”-Produkt zur Serienreife bringt und auch vermarktet. In vitro was?? Die meisten kennen wahrscheinlich nur in vino veritas, aber hier ist genau das Gegenteil der Fall. Es soll aus einer Stammzelle angeblich der gesamte Jahresfleischbedarf der Welt künstlich hergestellt werden können. Dazu aus der taz:
Aus einer tierischen Stammzelle können schon heute in einer Nährschale Muskelzellen und ein wachstumsfähiges Gewebe gezüchtet werden. Anfänglich dünne Muskelfasern kann man durch leichte Stromstösse “trainieren” und zu dickeren Fasern heranwachsen lassen. Der nächste Schritt, und daran bastelt man gerade, ist die Nährstoffversorgung mehrschichtiger Fasergebilde und die Kombination von Muskel- und Fettgewebe.
Sehr gut und ausführlich berichtet Nicola Timm über das Thema.
Mehr zum Thema auch bei heise-online:
Ist Laborfleisch das neue Gemüse für unbelehrbare?
Klingt alles schon sehr merkwürdig und auch eklig. Künstlich gezüchtetes Fleisch! Mit was soll das denn gefüttert werden??? Irgendetwas muss dem ganzen ja zugefügt werden um am Ende aus einer klitzekleinen Stammzelle ein sattes Kilogramm Laborfleisch zu gewinnen. Mal angenommen, es würde gelingen, wer in aller Welt will/soll das dann essen??? Wer heute wahllos Tiere ißt fragt nicht nach, wo es her kommt und diese Menschen würden nie auf Laborfleisch zurückgreifen solange es noch echtes Tier zu essen gibt. Die, die heute sog. “BIO-Fleisch” essen wird Laborfleisch zu unnatürlich sein und die, die vegetarisch/vegan leben werden es eh nicht wollen. Werden dann zukünftig nur noch die Reichen ihr echtes Steak bekommen und die armen bekommen Laborfleisch? Bei Surimi-Garnelen schluckt es der Verbraucher schon heute (obwohl da sogar noch echter Fisch enthalten ist)!
Wenn wir schon Fleischersatzprodukte herstellen müssen, was spricht denn gegen natürliche und pflanzliche Produkte? Ich hab da schon einiges probiert und muss sagen, dass es zum Teil ganz schön “eklig lecker” schmeckt. Kölner können sich damit bei Annette in ihrem kleinen netten Laden eindecken.
PETA läßt sich da leider vor den Karren der Großindustrie spannen, denn nur die größten und mächtigsten Unternehmen würden wohl in der Lage sein “in vitro”-Fleisch kostengünstig und in großen Mengen zu produzieren. Wenige große Unternehmen machen sich dann wieder die Taschen auf Kosten von vielen voll. PETA sieht da wohl ein Lichtlein am Ende des Tunnels um das Tierleid einzudämmen, weil sie wissen, dass “Mensch” nicht auf sein Stück Fleisch verzichten wird, doch kann das der richtige Weg sein?
2022 ist nicht mehr ganz so fern, da fühlt man sich schon heute an Soylent Green erinnert!
`Erik´






