GenV-News zum Milchboykott

Köln, 03.06.2008

Schwere Ausschreitungen wegen Milchboykott

Eine Woche nach Beginn des Milchboykotts durch einheimische Landwirte ist die Situation in deutschen Supermärkten und Discountern so angespannt wie seit Kriegsende nicht mehr. Die Milchregale sind wie leergefegt und auch haltbare Milchprodukte sind in vielen Großstädten nicht mehr verfügbar. Panikkäufe verschärften die Situation zusätzlich und Nachschub ist nicht in Sicht, da sämtliche Zufahrten zu den Großmolkereien weiterhin blockiert sind. Ein Polizeisprecher sagte dazu, dass es an schwerem Räumgerät fehle um die Zufahrten zu räumen. Viele Bauern sind zudem mit Mistgabeln bewaffnet, die Polizei ist ratlos.

Zu schweren Ausschreitungen kam es am vergangenen Abend in der Kölner Innenstadt, als das Gerücht aufkam, ein großes Kaufhaus hätte noch eine komplette Lieferung erhalten. Verzweifelte Menschen drangen kurz vor Ladenschluß ein und versuchten sich irgendwie mit Kuhmilch einzudecken. Als sie feststellten, dass es auch dort keine Kuhmilch und Kuhmilchprodukte mehr gab fingen sie an zu randalieren. Mehrer Personen wurden verletzt, ca. 30 Randalierer mußten kurzfristig festgenommen werden. Der Sachschaden beläuft sich auf ca. 50.000€. Auch aus Berlin und Hamburg erreichen uns Nachrichten über wütende Menschen, die aus ihrer Not heraus Schaufenster von Discountern einwarfen. Die Polizei hatte auch hier die Situation schnell im Griff, es kam zu dutzenden Festnahmen, viele Schwerverletzte mußten in örtliche Krankenhäuser eingeliefert werden. Vor den großen Discountern Aldi und Lidl bewachen mittlerweile private Sicherheitsdienste die Eingänge um weitere Plünderungen zu verhindern.

Ausschreitungen in Köln

Auch die Höfe der streikenden Bauern wurden von den Protesten nicht verschont. In der Eifel und in Südbayern kam es zu schweren Plünderungen, einige Höfe brannten dabei bis auf die Grundmauern ab. Über Verletzte liegen zur Zeit keine Informationen vor, dies scheint auch unwahrscheinlich zu sein, da die meisten Bauern und deren Angehörige an den Blockaden teilnehmen. Tierärzte warnen derweil vor Gefahren für landwirtschaftliche Arbeitskräfte. Durch den Boykott sind viele Milchkühe seit Tagen nicht gemolken worden, auf vielen Höfen sind Tiere gestorben, weil ihre Euter platzten (dazu mehr in unserem Videobeitag). Ein Melker wurde dabei leicht verletzt.

Die Bundesregierung ruft derweil die Bevölkerung auf Ruhe zu bewahren. Noch am Abend traf der Krisenausschuss zusammen und bereitet Notfallpläne vor. Niemand habe vor die Bundeswehr einzuschalten, so Verteidigungsminister Franz-Josef J., die Situation sei überschaubar und die Bürger sicher. Doch Gerüchte, dass Bundeswehrpanzer die Blockaden in den nächsten Tagen räumen könnten konnte er nicht wirklich entkräften. Eine Gefährdung für den Menschen durch mangelnden Kuhmilchkonsum schloß Verbraucherschutzminster Horst S. für den Moment aus. Der menschliche Körper könne das lebensnotwendige Calcium aus Kuhmilch über Tage und teilweise sogar über Wochen speichern, so ein Regierungssprecher. Entgegen dieser Aussagen melden die Krankenhäuser eine erhöhte Patientenzahl mit Knochenbrüchen und anderen Mangelerscheinungen. Es handele sich vorwiegend um Kleinkinder und ältere Personen.

Frankreich und die Benelux-Staaten riegeln seit Mitternacht die Grenzen ab, um die Milchversorgung der eigenen Bevölkerung sicherzustellen. Schweiz und Österreich melden, dass an Ausländer maximal und einmalig 2 Liter pro Person ausgegeben werden. Internationale Hilfstruppen aus Burkina Faso und anderen afrikanischen Staaten haben bereits ihre Hilfe für die notleidende Bevölkerung in Deutschland zugesichert. Da die Butterberge der EU und auch der sog. Milchsee in den letzten Jahren abgebaut wurden, verfügen diese Länder über zum Teil große Bestände an Milchpulver. Dieses wurde noch vor wenigen Jahren mit hohen EU-Subventionen in die Länder verkauft, deren Wirtschaft dadurch zu großem Schaden kam (siehe Nachrichten vom 13.12.2005).

Für den morgigen Tag stehen weitere Vehandlungen zwischen Milchbauern, Molkereien und den Chefeinkäufern der Supermärkte an. Eine Einigung scheint trotz der angespannten Lage jedoch nicht in Sicht zu sein. Bis zum Boykottende und der Normalisierung auf den Märkten raten Wissenschaftler und Nahrungsmittelexperten der Bevölkerung sich mit Calciumpräparaten aus den Apotheken einzudecken um unbeschadet durch die milchlose Zeit zu kommen. Für besorgte Bürger wird in Kürze eine Hotline eingerichtet werden.

Hier noch weitere Nachrichten vom NDR:

`Erik´ (Achtung: SATIRE!)

Sags in Deinen Worten.