Veggie International!
Wo: Norwegen (von Oslo aus in den Nationalpark Rondane)
Wer: 1 Veganerin (die kleene Soa ;o), 1 Vegetarier, 1 Carnivore
Vorab-Info:
- Norwegen ist teuer!
- Auswärts essen ist SEHR teuer!
- Norwegen ist ein Land mit viel Fleisch, Fisch & Milchprodukten!
- Veganismus scheint ein Fremdwort zu sein, Vegetarier sind aber doch bekannt ;o)
- Don´t panic! ;o)
Bericht:
2 Wochen durch Norwegen mit Rucksack, Zelt & Schlafsack. Trekking durch die wunderschöne Natur mit atemberaubenden Aussichten, kalten Nächte, vielen Sternen, nicht allzu intelligenten Monster-Mücken und ganz viel Sonnenschein. :D
Doch was essen, wenn man als Veggie in einem Land unterwegs ist, in dem es vorrangig nur Fleisch und Fisch gibt? Und wo zudem Obst und Gemüse auch noch sehr teuer ist…
Alles kein Problem, die Soa hat ganz viele tolle Antworten parat. ;o)
Oslo:
Oslo ist eine Multi-Kulti-Stadt in der sich alles Mögliche finden lässt. :o) Hier gibt es vegetarische Restaurants, Falaffel-Stände, Inder und viele andere internationale Fressbuden. ;o)
Zum Glück habe ich einen tollen kleinen Guide gefunden, der einem wunderbar hilft zu überleben (wenn auch leider erst viel zu spät *g*):
Streetwise, ein Oslo-Guide für junge Menschen, die was erleben aber dabei nicht arm werden wollen.
Der Guide selbst erwähnt, dass Oslo nicht unbedingt die Vegetarier-freundlichste Stadt ist. Allerdings ist sie im Wandel – wenn auch sehr langsam. Und nebenbei soll es wohl nicht ganz so schwer sein vegetarisches Futter in den meisten up-to-date Cafés und Restaurants zu bekommen.
In dem Kapitel “Food” gibt es u. A. folgende nützliche Tipps:
-> Do it yourself!
Das kann ich so unterstreichen! Selber kochen ist günstiger und in den großen food stores gibt es genügend, um sich als Veggie zu versorgen. Im “Kiwi” hab ich sogar Alpro Soya gesichtet. ;)
-> Vegetarian Restaurants
- Blitz
Blitz ist ein unabhängiges run youth house mit vielen Punks, Hunden und günstigem vegetarischen Essen. Warmes Essen wird jeden Tag angeboten.
Infos:
Pilestredet 30c
Tel: 22 11 42 80
Ab Mittags bis 18 Uhr geöffnet.
- Helios
Helios ist eine Ladenkette, die Wert auf Ökologie, Gesundheit und Vegetarismus legt. Neben eigenen Produkten, gibt es auch sehr viel andere Bio-Ware, die aus verschiedenen Ländern (u. A. Deutschland) importiert wird. Helios gibt es gleich mehrmals in Oslo. Auf der Hausmannsgate hat der Laden allerdings neben seinem Bio-Supermarkt auch ein kleines, sehr schönes Café, in dem es leckeres, bezahlbares vegetarisches und veganes Essen gibt.
Erfahrung:
Ich war vor zwei Jahren bereits dort und hab mich regelrecht darin verliebt. :) In diesem Jahr war der Laden samt Café allerdings im Umbau, so dass ich nicht weiß, ob das Café danach noch betehen bleibt…
Infos:
Hausmannsgate 10
Tel: 22 11 33 75
- Krishnas Cuisine
Krishnas Cuisine bietet Essen an, welches nach der Hare Krishna Bewegung inspiriert ist. Preis / Leistung ist hier recht akzeptabel, wenn man dabei die eigentlich recht teure Gegend bedenkt.
Infos:
Kirkeveien 59 b
Tel: 22 60 62 50
- Vegan Restaurant
“Vegan Restaurant” ist nach dem Konzept der Selbstbedienung ausgerichtet. Der Preis orientiert sich nach der Größe des gewählten Tellers, auf dem man dann fröhlich sein vegetarisches Essen stapeln kann.
Erfahrung:
Hier war ich ebenfalls vor 2 Jahren essen. Es war SEHR lecker! Allerdings gab es ein paar Probleme – trotz Vegan-Passport – bezüglich der Kommunikation. ;o) Bis auf den Kuchen und den Desserts, waren aber alle Zutaten schön gelistet, sodass sich ein Veganer gut zurecht finden kann. :o)
Infos:
Akersgata 74
Tel: 911 88 876
- Spisestedet
Im Streetwise Guide steht, dass hier ökologisches, VEGANES Essen angeboten wird! Leider konnte ich mich aus Zeitmangel nicht selbst davon überzeugen. :o( Laut Streetwise soll es aber günstig, lecker und gut sein! Wer also mal Erfahrungen dort macht: BITTE BERICHTEN! :o)
Infos:
Hjelmsgate 3
Tel: 22 69 01 30
Mo – Mi: 14 – 21 Uhr
Do, Fr: 14 – 20 Uhr
Sa: 14 – 19 Uhr
Dörfer:
Solange es Supermärkte gibt, ist es kein Problem sich ausreichend zu versorgen. Wie gesagt, habe ich im “Kiwi” sogar Alpro Soya entdeckt. Hier und da lassen sich auch einige vegane Kekse finden – ach ja, einen veganen Schokoaufstrich hab ich auch gefunden. Sjokade oder so hieß der…habe allerdings die zuckerarme Variante davon probiert und die war irgendwie nicht mein Fall. Mit veganer Schokolade sieht es allgemeinen schlecht aus. Vor 2 Jahren hab ich immerhin noch Ritter Sport Marzipan und Pfefferminz gefunden, dieses Jahr keine einzige. Dafür gibt es viele viele verschiedene Nussriegel, Nussmischungen und leckere Chips!
Auswärts essen ist hier sehr beschränkt. Die Salate sind teuer und die Hälfte davon besteht aus Käse & Schinken. *g* Übrig bleibt einem Fast Food wie z. B. Pommes oder Pizza ohne Käse. In normalen Gasthäusern ist Gemüse eher ein seltenes Phänomen. ;)
Natur-Pur:
Wenn man eine Trekking-Tour durch die Natur plant, sollte man sich auf jeden Fall genügend Essen einpacken. Selbst wenn einem auf der Wanderkarte ein Einkaufswagen angrinst, ist dies noch lange keine Garantie dafür, dass sich in diesem Dörfchen tatsächlich auch ein Supermarkt befindet. Oft sind es doch nur kleine kioskähnliche Lädchen, die nur die wichtigsten Lebensmittel, wie z. B. Chips und Cola, führen. ;)
Kommt man an einer bewirtschafteten Hütte vorbei, muss man schon reich sein um ein warmes Mahl zu bekommen (um die 30 Euro). Und selbst dann ist es eher fraglich, ob ein Veggie überhaupt etwas Essbares findet…
Selbst das Brot scheint mir milchverseucht zu sein. Es schmeckt jedenfalls eher wie Kuchen und hat mit Brot nicht wirklich mehr was zu tun. Zumindest war es noch vor 2 Jahren so. Dieses Mal hab ich die Finger von dem Brot gelassen.
Ohne mein eingepacktes Futter wäre ich wohl aufgeschmissen gewesen. Aber wenn man eine Trekking-Tour plant, dann sollte die Zivilisation sowieso tabu sein. *g*
Wenn man gar nichts mehr zu essen hat, kann man sich an den unzähligen Blaubeeren satt futtern. Das Wasser ist ebenfalls köstlich und sprudelt an jeder Ecke frisch aus den Bergen. Verhungern und verdursten tut man jedenfalls nicht. Und die atemberaubende Aussicht macht sowieso alles wett! :o)
Also auf nach Norwegen und sich verzaubern lassen. :D
Wer ein paar mehr Tipps haben möchte (gerade was unnötiges durch Ahnungslosigkeit hervorgerufenes Geld-Zum-Fenster-Rauswerfen betrifft), darf sich gerne an mich wenden.
Hilsener og vi sees snart!
~ Soa
Hier noch die Böse-Worte-Liste ;)
- melk = Milch (und nat. alle Worte mit melk, wie z. B. melkesyre für Milchsäure)
- meieriprodukt = Milchprodukt
- grøtris / risengrynsgrøt = Milchreis
- myse = Molke (mysepulver, etc.)
- mysost = Molkenkäse
- prim = weicher Molkenkäse
- ost = Käse
- smør = Butter
- terte = Butterkuchen
- egg = Ei
- plomme = Eigelb
- hvite / protein = Eiweiß
- kjøtt = Fleisch
- buljong = Fleischbrühe
- pølse = Wurst
- skinke = Schinken
- flesk / spekk = Speck
- gelatine = Gelatine
Auch noch hilfreich:
- uten kjøtt = fleischlos
- med = mit
- uten / frouten = ohne
- inneholde = enthalten
Links:








Janinsche sagte,
September 2, 2008 @ 12:32
Das ist ja interessant. Habe mir vorher noch nie darüber Gedanken gemacht wie kompliziert sich erst für Vegetarier und Veganer die Nahrungsbeschaffung hier gestalten kann. Da habe ich als Carnivore hin und wieder schon Probleme die richtigen Zutaten zu finden oder aber auch die richtige Qualität. (Lebe sehr ländlich!)
Die Preise sollte man allerdings nicht mit Deutschland vergleichen. Obst und Gemüse sind zwar teuer aber immer noch preiswerter als das meißte Fleisch.
Das Brot ist hier auch nicht immer mein Fall, zumindest das aus Kaufhallen, aber bei einer “bakeri” in einer Stadt sollte sich was Brauchbares finden. Ich greife daher hin und wieder gern auf selbstgebasteltes Brot zurück.
Interessanter Einblick. :)
PS: Hilsen ist schon der Plural und es heißt ses. ;)
Soa sagte,
September 4, 2008 @ 08:41
Danke für die Tipps! :D Was hat Dich denn nach Norwegen verschlagen?
Julia sagte,
September 5, 2008 @ 07:19
Ich habe in Norwegen ganz andere Erfahrungen gemacht: Wir fahren jedes Jahr noch Norwegen und ich muss sagen, dass es dort in fast jedem Supermarkt Sojajoghurt gibt. Dieser steht jedoch nicht immer in der Kühlung. In Norwegen gibt es viele Menschen mit Laktoseintoleranz, die größeren Supermärkte wie Coop und Rema 1000 haben deshalb Hafermilch und sogar veganen Käse im Angebot. Und der ist sogar billiger als in Deutschland.In der Abteilung “Allergi” findet man Muffins ohne Milch und Ei, Egg replacer und vegane Fertigmischungen aus England. Wer Fakefleisch will sollte in der Kühlabteilung suchen. Dort gibt es Falafel und Hackbällchen. Meist sind sie in englischer Sprache beschriftet. Im “Reformhus” findet man sogar Sachen von Viana und leckeren Fleischersatz aus England. Selbiges gilt für Bioläden. Man muss nur richtig suchen. Außerdem gibt es auch in Norwegen Asiashops, auf seinen Tofu brauch also niemand verzichten…
Soa sagte,
September 5, 2008 @ 09:17
Wow!!! Vielen Dank für die Infos!! :D Das hört sich ja klasse an. Im Coop und im Rema war ich noch nie…das muss ich mir auf jeden Fall das nächste mal ansehen. Wie ist denn der vegane Käse? Und wo kommt der her?
Liebe Grüße!
Soa
Julia sagte,
September 11, 2008 @ 15:07
Der vegane Käse ist von Tofutti. In einigen Geschäften habe ich sogar den Scheiben”käse” entdeckt. Man solte sich aber auf jedem Fall ein Wörterbuch mitnehmen. Sonst entpupt sich das veg. Hack als veg. Hammel…. Ist mir mal passiert. Man kann auch einfach in den Geschäften nachfragen, fast jeder Norweger spricht Englisch, viele auch Deutsch. lg Julia